Gabriel Knight 2 - The Beast Within

 

Unzweifelhaft mit “Phantasmagoria” verwandt gibt sich die innere Bestie. Der Vorgänger „Gabriel Knight“ hatte bereits über eine ähnlich komplexe Geschichte verfügt, aber ansonsten ist kaum noch ein Vergleich möglich, da es sich bei dem ersten Teil „The Sins Of The Fathers“, gleichfalls von der kreativen Autorin Jane Jensen, noch um ein Grafik-Adventure handelt, das in Amerika sogar als Buch zu erwerben ist. Der inzwischen erhältliche dritte Teil „Blood Of The Sacred, Blood Of The Damned“ ist zu Jensens Bedauern ebenfalls kein interaktiver Film. Die Geschichte schließt an den Schluss des ersten Teils: Schatten- und Schürzenjäger und Schriftsteller Gabriel Knight, dessen lässiges Äußeres möglicherweise Johnny Depps „Gilbert Grape“ nachempfunden ist, hat Quartier in seinem deutschen Schlösschen bezogen, das er von seinem Ohm Wolfgang mitsamt dessen Dienerin und Geliebten Gerde geerbt hatte. Seine Assistentin Grace Nakimura, mit der ihn eine Art Hassliebe verbindet, hütet die knightsche Buchhandlung im heimatlichen New Orleans und ist eifersüchtig auf Gerde.

Der Vorspann zeigt Gabriel beim Schreiben, und die Narben, die er sich im Finale des Vorgängers zuzog, sind deutlich sichtbar. Ansonsten lässt sich das Spiel aber ohne Vorkenntnisse bezüglich des ersten Teils spielen. Ein paar verhärmte bayrische Bauern bitten unseren Gabriel, Jagd auf einen Werwolf zu machen, der die kleine Tochter der ebenfalls anwesenden Hubers auf dem Gewissen hat. Gabriel bezieht Quartier auf dem Anwesen der Hubers und findet erste Spuren im Münchner Zoo und in der Fußgängerzone der eingebildetsten Stadt Deutschlands. Er findet Eintritt in einen geheimnisvollen Klub, der voll mit verdächtigen Snobs ist...

Die Handlung steigert sich, da auch noch die Geschichte von Ludwig II. und Richard Wagner hinzu kommt. Jensen unterstellt dem seltsamen Bayernkönig, ein Werwolf gewesen zu sein, und lässt die abwechselnd zu spielenden Helden Gabriel und Grace in 6 Kapiteln mit jeweils einer CD herausfinden, dass eine geheimnisvolle verschollene Oper Richard Wagners magische Kräfte hat... Grandioses Finale – und sogar ein „Whodunit“.

Die ausnahmslos faszinierten Tester nahmen lediglich Anstoss an manchen Klischees und mokierten sich darüber, welches Image Deutschland im Ausland genösse. Der breite bayrische Dialekt, den im Original ein Amerikaner spricht, würde für unfreiwilligen Humor sorgen, was eigentlich verzeihlich wirkt.

Sprachausgabe und Musik lassen sich hören, und der Stadtplan von München ist fast naturgetreu korrekt. Besondere darstellerische Fähigkeiten beweisen vor allem der Baron und der Pförtner aus dem Klub.

Die Steuerung kann begeistern, man stupst die gefilmte Figur des schlaksigen Knight oder eben der Halbasiatin Grace durch die authentischen Hintergründe. Vielleicht der einzige Kritikpunkt: Ohne Lösung brauchen Sie gar nicht erst anzufangen... Oder wie soll man darauf kommen, dass man einem Zoowärter eine schriftliche Botschaft stecken soll, die den Eindruck erwecken soll, sie käme vom Zoodirektor und berechtige Knight zu einer detaillierten Besichtigung der Zoowölfe... Dennoch ist die hierauf folgende Szene eines der Highlights im Spiel: Mutig zupft sich Gabriel ein paar Haare aus dem Fell eines Wolfes, während der Wärter entsetzt daneben steht und die anderen Wölfe plötzlich unruhig werden...

Ein hervorragender Thriller mit fragwürdigen Rätseln, eher Krimi als Horror. Eine zensierte Fassung soll es auch noch geben.

Wertung: 85%

 

Presse:

"Die richtige Mischung, sowohl technisch als auch inhaltlich auf der Höhe der Zeit, spannende Unterhaltung!" (PC Games)

"Sie werden immer besser, die Computergames mit Videotouch! Bestes Beispiel dafür, exzellente Optik, ungewöhnliche Story!" (PC Spiel)

"Etwas besseres Spieldesign als Phantasmagoria. Durchgehend logische  Rätsel, dazwischen viel geistiger Leerlauf, ähnlich müde Dialoge!" (PC Player) 

"Abgedreht und spannend! Etliche humoreske Details bajuwarischer Alltagskultur!" (TV Spielfilm)

"Sobald die Story richtig in Fahrt kommt, wird sich keiner dem spannenden Plot entziehen können! Die Schauspieler wirken teilweise wenig überzeugend!" (Power Play)

"Sonderpreis für die gründlichste Klischeepflege: Der Ausflug von Gabriel Knight enthüllte reichlich Schlösschen und Lederhosen!" (PC Xtreme)

 

90% (PC Power)

88% (PC Games)

79% (Power Play)

86% (PC Joker)

69% (PC Player)

4 von 5 (PC Spiel)

3 von 5 (Spiele Illu)

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