Urban Runner

 

„Lost in town“ lautete Sierras ursprünglich geplanter Titel und orientiert sich damit stilistisch, weniger inhaltlich am Urfilm „Lost in time“. Nicht lost, sondern los geht es mit einem Paukenschlag, der in einer mitreißenden und aufwändig inszenierten Verfolgungsjagd mündet.

Ein Männchen, Journalist Max, und ein Weibchen, Adda, die beide das Böse zu bekämpfen trachten, werden abwechselnd vom Spieler übernommen. Begonnen wird mit Max, der einen Toten in der Sauna findet und erst einmal flüchtet (die Leiche war ein Drogenkönig). Daraufhin rennt ihm der Leibwächter des Toten hinterher, stets mit gezückter Waffe im Anschlag. Der Gute muss ja denken, dass der Held irgend etwas ausgefressen haben muss, wenn er so introvertiert vor sich hin rennt. Wer also nicht aufpasst, wird bereits gleich nach Beginn dauernd gekillt.

4 CDs stehen auf der Matte. Mehrere Lösungswege gibt es nicht. Die Rätsel sind ähnlich anstrengend wie in „Lost in time“, zusätzlich verstärkt durch ein irritierendes Zeitlimit, das bei falsch gespeicherten Stellen richtig nerven kann. Die Heldin zumindest ist fast noch hübscher als Doralice aus dem Vorgänger und trägt schwarze Handschuhe sowie interessante Klamotten. Das ist natürlich kein Kriterium, aber ein Atmosphäre-Bonus. Entgegen der Ankündigung, die von drei Stunden Video-Unterhaltung spricht, handelt es sich „nur“ um knapp 90 Minuten Spielfilm, das hätte dennoch Kinoformat, und der Inhalt kann auch als Action-Reißer mithalten. Etwas traditionell, aber erträglich präsentiert sich die Steuerung. Wer meckern will, kann sich über die etwas witzlose Stimme des Helden im Off sowie über die etwas trockene Handlung ärgern. Das sympathische Heldenduo macht dies Manko wieder wett, und  auch die anderen Darstellerleistungen wirken ordentlich, insbesondere die bösen Wichte.

Dazu werden Mannigfaltigkeit bei den Schauplätzen, ein nettes Kartenspiel kurz vor Schluss und deutsche Sprachausgabe, eine begrenzte Anzahl von Tipps und ein gewisser Aufwand ge­boten.

Insgesamt handelt es sich mit Sicherheit um einen der besseren Interaktiven Action-Filme.

Wertung: 80%

 

Presse:

"Vorzügliche Präsentation, die Bedienung klappt bestens, für Cineasten ein Leckerbissen - Schwachstellen in der Story!" (PC Joker)

"Fast schon kriminell, wie es mich reingezogen hat! Sehr spannend. Ein dickes Lob für Sierra!" (PC Spiel)

"Mit professionellem Equipment gedreht, dynamische Kameraführung mit der Steady-Cam. Der Eindruck ist zwiespältig." (PC Action)

"Diese Art Hektik hat wenig mit Spannung zu tun, da einem nichts bleibt, als die Weltmeisterschaft im Schnellscannen zu gewinnen!" (PC Player)

"Beispielhafte Klischeehaftigkeit, unlogische Rätsel, geringe Videoqualität! Inhaltlich nicht schlecht. Kennt man einen, kennt man alle!" (PC Games)

"Trashige Multimedia-Mogelpackung! Abstruse Logik! Die Mär ist hanebüchen und vorhersehbar, die Figuren sind phrasendreschende Holzschnitte!" (TV Spielfilm)

 

91% (PC Power)

81% (PC Joker)

4 von 5 (PC Spiel)

65% (PC Action)

61% (PC Games)

2 von 5 (PC Player)

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