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Auf den ersten Blick handelt es sich bei dieser - dem Jahr 2003 entstammenden - aus dem hohen Norden Skandinaviens kommenden Mischung aus Film und, bedingt, Spiel um ein vielversprechendes Produkt, zumal das Versprechen des Herstellers eingehalten wird, dass der Spieler jederzeit in die Handlung eingreifen kann - leider eben nur mit einem schlichten Tastendruck.

Erstaunlich banal kommt die Handlung daher: Es geht hier lediglich um Entscheidungsprobleme der Heldin Frida, die zwischen ihrem bisherigen barschen Lover Simon und einem anziehenden Diskjockey schwankt. Zwischentöne lösen sich schnell in Luft auf und somit nutzt auch das interessante Spiel der geheimnisvollen Hauptdarstellerin wenig, obwohl sie anfangs angenehm an die Heldinnen aus "Die Versuchung" und "Point of View" erinnert. Ihr einziges Geheimnis (und es ist schon bald keines mehr) liegt aber lediglich darin, dass sie nicht so richtig weiß, wie es weiter gehen soll. Ein kleiner Vaterkonflikt wird als Nebenhandlung mit berücksichtigt - Fridas Vater verleiht ungern sein Auto und empfiehlt ihr Lebensweisheiten in Form von Büchern, als handle es sich um Medizin, was sie zu nerven beginnt. Wirkliche Familienkonflikte kamen z.B. bei Tennessee Williams mehr als nur ein Spürchen dramatischer daher. Gelegentlich berät Frida sich mit ihrer Schwester, von der sie zeitgleich auch noch glaubt, sie habe was mit Fridas Lover. Außerdem will sie langsam den Mutterstatus erreichen, Simon dagegen will nicht mal darüber reden.

Reizvolles gibt es natürlich auch, aber eher vereinzelt. Neugierig macht, dass man den Film aus verschiedenen Perspektiven beginnen kann, indem man zu Beginn den betreffenden Namen des Handlungsträgers auswählt. Außerdem kann zwischen englischen und dänischen Untertiteln gewählt werden, und es gibt ein paar virtuelle Infos - viel mehr allerdings nicht. 

Ein Tastendruck des Spielers sorgt für eine Variation der gerade ablaufenden Szene oder die Helden denken laut vor sich hin und sagen hier, was sie ansonsten mehr oder weniger verschlüsselt in ihren Aktionen zum Ausdruck bringen. Die Variiation der Szene kann auch so aussehen, dass Frida den von Simon gekochten Kaffee mal lobt und mal tadelt - was man wahlweise als Liebe zum Detail oder als belanglose Einzelheit sehen kann. Auf ein richtiges Finale wird verzichtet, aber es gab auch schon eine Szene zu bewundern, in der Frida von ihrem Lover erstickt wird - was sich dann auch nur als Vision herausstellt. Ansonsten gibt es viel Hin und Her, mal hat Frida Lust auf ihren Simon, dann doch wieder nicht und vice versa. Ein paar schöne Naturaufnahmen kommen auch noch vor, ansonsten ist die Auswahl an Schauplätzen recht schnell erschöpft.

Zumindest trifft der Titel zu, "geswitcht" kann hier werden, und nicht zu knapp. Eine große technische Macke macht aufkeimenden Spielspaß jedoch schnell zunichte: Alsbald wiederholen sich Szenen und sogar ganze Ansammlungen von Szenen. 

Wertung: 50%

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