Blind Date

Kaum zur Kenntnis genommen wurde dieses eigentlich ganz nette Filmchen, weder von Käufern noch von Testern. Es dürfte inzwischen wirklich nicht mehr erhältlich sein. Das Ganze tauft sich interaktives Verabredungs-Abenteuerspiel und wurde von einem der führenden Magazine vernichtend beurteilt: Als lobenswert wurde einzig und allein die in der Tat recht gelungene freie Maussteuerung herausgestellt - auch wenn der Mauszeiger in Wahrheit des öfteren etwas schwer­hörig wirkt.

Eine richtige Story gibt es nicht. Der Spieler soll das Herz von Sandy (auch Sandi) gewinnen, die keinen wuscheligen Streuner, sondern eine Karikatur auf die männermordende Karriere-Schönheit schlechthin repräsentiert. Das Spiel gliedert sich in zwei Teile - im ersten spielt man mit Sandy ein paar Runden Billard in ihrer Stammkneipe und gegebenenfalls auch Dart. Die Dame wünscht die korrekte Anzahl Drinks spendiert zu bekommen. Werden es zuviel, wird sie betrunken, und der Abend ist gegessen. Werden es zuwenig, ist die Holde beleidigt.

Der Spieler wählt zwischen mehreren Möglichkeiten, meist zwei bis vier, um Sandys Kommentare halbwegs schlagfertig zu kontern, so dass man mehrmals anspielen muss, um alle Szenen mitzubekommen. In den meisten Videos hat Sandy gerade mal Zeit genug, einen Satz zu sprechen, und es kommt auch vor, dass die gleiche Reaktion bei mehreren Antworten auftaucht. Im zweiten Teil schleppt Sandy unseren Helden in ihre Wohnung ab, und auch dort gilt es, stets den richtigen Spruch parat zu haben. Hier kann es zu einem Fechtduell kommen, zu einem vergifteten Drink und auf jeden Fall zu einem Psycho-Test.  

Es gab schon Schlechteres. Die Hauptdarstellerin ist hübsch, desgleichen die Verpackung und die deutsche Sprachausgabe. Auch die Multiple-Choice-Rätsel sind mitsamt lockerem Tippgeber, der einen in Gestalt Sandys auch schon mal aus dem Spiel schmeisst, wenn man ihn zu häufig löchert, ganz angenehm. Richtig nett geworden wäre das Spiel, wäre es weniger schnell zu knacken und hätte es nur etwas größere und vor allem ruckelfreie Videos geboten. Der Humor bewegt sich zwischen Kreisklasse und oberem Mittelfeld. Einige der Bad Endings sind amüsant, aber auch unpassend furchteinflößend - so in der Szene, als Sandy auf die höfliche Bitte, ein paar Cracker mitzubringen, zynisch zähnefletschend einen gefüllten Fressnapf anzubieten weiß. Im Laufe des Spiels gesellen sich noch ein paar ebenfalls recht aggressive Mädchen namens Candy und Mandy in die Wohngemeinschaft.

Natürlich hat Sandy auch störende Verehrer, von denen sich besonders Snakey als nervig entpuppt - mal gibt er sich schwul, mal als Schläger. Der Barkeeper wenigstens ist bestechlich und der Pizza-Bote ebenfalls. Sandys Diener zeigt Würde, und ihr Opa ist auch ganz nett. Außerdem tauchen auch ein paar andere Damen auf und präsentieren sich hübsch. Die Gelegenheit zu schauspielerischen Glanzleistungen hat natürlich niemand, alle werden von Sandys erdrückendem Part an die Wand gespielt. Und die Schauspielerin kommt auch wirklich ganz gut rüber. Sie zieht Schnuten, grinst viel, macht „aaah“ und so weiter. 

Nach dem etwas merkwürdigen Finale in Sandys Wohnung, als der Spieler ihren tiefenpsychologischen Test bestanden hat, ist man doch etwas irritiert. Ein romantisches Happy End wäre ratsamer gewesen als die angedeutete Bettszene. Wirklich bedenkliche Szenen sind dünn gesät. Sandy lässt tief blicken, aber eben nicht zu tief. Fazit: Mittelmaß.

Wertung: 60%

 

Presse:

29% (PC Joker)

 

 

 

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