Inca 2 - Wiracocha

 

 

 Diese Mischung aus Action und Adventure, aber kein Action-Adventure, hielt sich recht lange in den Läden, heuer hat man es mit der Lupe zu suchen. Nahm der Vorgänger bereits – zu Unrecht – den Titel „Interaktiver Film“ in Anspruch, könnte man seinem Nachfolger dieses Attribut schon eher zugestehen. Bei der Installation kann zwischen deutscher und englischer Sprachausgabe gewählt werden. Beide klingen reichlich verschroben, aber zumindest deutlich. Den meisten Kritikern konnte das Game gefallen. Wenige bemängelten den unfreiwilligen Humor und die übertrieben langwierigen Action-Sequenzen.

Man übernimmt den Part des Inka-Sohns Atahualpa, was sogar der Name einer historischen Figur war. Vati El Dorado hat seinen Namen abgeleitet von einem Traumland, das in den Köpfen der spanischen Eroberer spukte und randvoll mit Gold gewesen sein soll. Vielleicht wäre Alaska der bessere Name gewesen... Kostüme und Dialoge sind gleichermaßen schrill, die Hauptfigur zu einem frühen Tod verurteilt, der unumgänglich und sogar notwendig für die Handlung ist. Den meisten anderen Spielen wäre hier nur noch eingefallen, das Aus zu verkünden, aber bislang war es nur eine interaktive Einführung. Nunmehr übernimmt der Spieler die Rolle des großen Inkas El Dorado selbst, wie schon im ersten Teil. Er muss seinen Feind Aguirre, nicht zufällig der Name eines machtgeilen Eroberers aus den Reihen Pizarros, besiegen, um die Einheit des Reiches zu wahren und den Tod seines Sohnes zu rächen.

Die Rätsel sind nett, aber merkwürdig. In Gesellschaft eines ältlichen Priesters wollen Gebetsrollen fachgerecht behandelt und das Rätsel des Eises enthüllt werden. Eine Karte will korrekt eingezeichnet sein. Begriffe wie "Tor der Weisheit", "Asteroiden" oder "Dreifuß" schwirren durch die Luft. Eine Lok muss wieder funktionsfähig gemacht werden, ein Krokodil will verarztet werden (man muss ihm einen Edelstein als Auge einsetzen!), und zu guter Letzt soll der arme El Dorado das steinerne Bildnis seines Sohnes zerstören.

Geht es zu Beginn noch recht flott voran, droht aufgrund der zum Teil ebenso wie im Vorgänger kaum zu meisternden Action-Sequenzen eine Sackgasse. Die Schlusspointe ist nicht schlecht, wenn auch ebenso merkwürdig wie die gesamte Spiel-Idee. Übrigens: Wie würden Sie „ja“ schreiben – etwa auch mit Ypsilon? Am meisten fasziniert die Kombination zwischen Raumschiffen und Indianern.

Wertung: 75%

 

Presse:

"Heißes Spiel! Alle gängigen Klischees, jede Menge Spaß!" (PC Games)

"Unbeschreibliche Schönheit, eindrucksvolle Filmsequenzen!" (Playtime)

"Die unfreiwillige Komik ist nicht zu verachten, aber die Zukunft sieht hoffentlich anders aus!" (PC Player)

 

86% (PC Games)

83% (Playtime)

76% (Power Play)

75% (PC Joker)

56% (PC Player)

Kostenlose Webseite von Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!