Dracula Unleashed

 

 

Der Film zum Mitspielen erzählt die Original-Geschichte Bram Stokers weiter. Wer diese kennt, wird sich gleich heimisch fühlen. Die Handlung beginnt 10 Jahre nach dem Schluß des Romans, also im Jahre 1899 in London. Der Held ist Alexander Morris, ein Jüngling, dessen Bruder Quincey im Kampf mit dem Untoten den Tod fand. Morris ist laut der großzügigen Anleitung mit dem Spieler identisch und wirkt der Filmwelt der 50er Jahre entsprungen. Nach einem musikalisch donnern­den Carmina-Burana-Auftakt beginnt die Story mit Silvester 1899. Alexander Morris kniet am Grab seines Bruders. Es sind viele Dinge in den letzten Tagen geschehen, wie er vor sich hin sinniert, ein altes Messer betrachtend. Dann erst erfolgt am 28.12. der Einschritt als Rückblende in die Handlung. Alexander wird in die feine Londoner Gesellschaft eingeführt und lernt Arthur Holmwood, den wackeren Freund Quinceys kennen, den Romanleser kennen werden.

In langen Mänteln und mit Whiskeygläsern bewaffnet, schreitet man durch den Hades-Club, trinkt außerhalb der Sperrstunde Tee im Hause Holmwood oder Harker (genau, DER Jonathan Harker), beachtet im Gasthaus gemütlich die Maxime „Wein, Weib und Gesang“, isst in kalten Nächten auf den regenverzierten Straßen von London exotische Früchte, derweil ein herzwärmender Gesang durch die Gegend ertönt, und lässt sich von Vampiren vernaschen - oder eben nicht. Auf Anisette, Alexanders Verlobte, gilt es acht zu geben.

Missgelaunte Kritiker bemängelten einst, es gebe keine richtigen Rätsel zu lösen. Vielmehr müsste man den einen oder anderen Tod akzeptieren, um den Willen der Programmierer kennen zu lernen. Als Beispiel wird angeführt, dass nirgendwo zu erfahren sei, dass man seiner Verlobten ein Kreuz mitbringen müsse. Das ist nicht ganz richtig. Da sind die Träume Alexanders, in denen er unheilvolle Visionen über Anisette erlebt, da ist auch der Tagebucheintrag, der verlauten lässt, Harker habe ihm, Morris, ein Kreuz für Anisette ausgehändigt.

Gegen Mittag nämlich hatte sich Alexander gegenüber Regina Holmwood bereit erklärt, dem netten Jonathan Harker ein Päckchen für dessen jungen Sohn Quincey zu bringen. So ist denn auch nichts anderes zu tun, als dieses auszuführen. Dann, aber erst dann, heißt es über Jonathan, wohl aus dessen Dankbarkeit herausgeboren, er habe sein kreuzernes Halsband herausgerückt. Es ist also durchaus denkbar, dass dieses Kreuz Anisette Schutz verleihen könnte. Natürlich ist wie in fast jedem Adventure viel Ausprobiererei gefragt, und wer nur die einzelnen Schauplätze besucht, wird irgendwann von einem Geisteskranken angefallen - es sei denn, er entdeckt rechtzeitig, dass es ein von Dr Seward  (Achtung, Renaissance) geführtes Asyl gibt, wo Alexander höchstpersönlich die Flucht eben dieses Geisteskranken verhindern kann. Nun ist der erste Tag auch ohne größere Nervenzusammenbrüche zu überstehen, wenn man fleißig Alexanders halbautomatisches Tagebuch liest und gutes Englisch versteht. Über die Interaktion kann man also diskutieren.

Die Musik ist furios, und die darstellerischen Leistungen befriedigen selbst die Kritiker, die dem Spiel ansonsten nichts abgewinnen konnten. In einer inzwischen ausgelöschten Zeitschrift waren die Kritiken der PC-Version unangemessen begeistert, und man würde so viele Hinweise bekommen. In der gleichen Zeitschrift wurde die Monate später folgende Mega-Drive-Version mit bildschirmfüllenden Videos verrissen. Der Film selbst ist über jeden Zweifel erhaben, wenn man von seiner geschrumpften Größe absieht.

Wertung: 70%

 

Presse:

"Wie ein Vampir mit Knoblauchfahne! Zu wenig Handlungsmöglichkeiten, nur sporadisch gruselig!" (Playtime)

"So ein Vorgehen ist eine Beleidigung für jeden intelligenten Menschen, der seine Intelligenz mit der des Programmierers messen will!" (PC Player)

 

86% / 52% (Playtime)

85% (PC Games)

80% (PC Joker)

44% (PC Player)

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