The 7th Guest

 

Einer der allerersten Interaktiven Filme zeigt auch heute noch beeindruckende Optik und verlangte beim Erscheinen anno 1993 satte 200 Mark. Zwei CDs werden geboten, die erste fürs Spiel, die zweite präsentiert wunderbar anzuhörende Gruselmusik, die jedem CD-Player zur Ehre gereicht. Der Vorspann zeigt ein Buch mit einem kurzen Video pro Seite.

Wenngleich nicht alles gelungen scheint, kann man das Ganze doch nicht einfach als Flop abtun – auch wenn die meisten Rätsel wirklich schauderhaft sind. Die Geschichte ist schwer zu durchschauen: Ein durchgeknallter Mörder namens Stauf verkauft Puppen an kleine Kinder, und sie sterben. Der Killer bezieht Quartier in einem düsteren Gemäuer und stellt seinen Gästen gemeine Aufgaben. Die Rolle des Spielers ist nicht ganz klar – er ist ein Geist und sieht schattenhafte andere Geister, nämlich die Geister der sieben Gäste, die Stauffs Einladung folgten und das Haus nicht mehr verlassen konnten. Das heißt, eigentlich sind es nur sechs Gäste, aber plötzlich befindet sich ein kleiner Junge in den Räumlichkeiten, hinter dem alle Gäste her sind, obwohl der Kleine lediglich aus dem Haus flüchten wolle, wie er sagt. Der Bengel ist der siebte Gast und spielt eine besondere Rolle. Stauff ist jetzt übrigens auch ein Geist, und noch oft erschallt sein Kichern durch die Zimmer oder seine Fratze schneidet Grimassen.

Das Haus erfüllt den Gästen scheinbar seine Wünsche: Eine eitle Alternde lässt es mit jedem Blick in den Spiegel jünger werden, bis sie sich plötzlich als Kleinkind wieder findet... ein grauenvoll eintöniges Labyrinth, merkwürdige Sargspiele und umständliche Schachrätsel müssen überstanden werden. Außerdem kann der Spieler durch ein Fernrohr schauen, in seiner Eigenschaft als Geist durch eine mit Insekten belegte Wasserleitung schlüpfen und ein Bild begrabbeln, woraufhin Hände innerhalb des Bildes plötzlich in Bewegung geraten. Des öfteren huscht auch noch eine gespenstische weiße Frau durchs Haus, und eine Tafel will korrekt gedeckt werden. An der Eingangspforte besteht ein seltsames Rätsel darin, eine Handvoll Spinnen an die individuell vorgesehenen Plätze krabbeln zu lassen. Das vielleicht schlimmste Rätsel umfasst das Sortieren von Konservendosen mit Buchstaben, die englische Wortfolgen ergeben sollen.

Einer der seltsamsten, aber auch interessantesten Vertreter seiner Art, vor allem musikalisch. Komponist „Fat Man“ hält sich für begnadet, und das klingt vielleicht arrogant, aber es trifft zu, er ist in der Tat ein großer Musiker. Ob die Einschätzung „groß“ auch fürs Spiel zutrifft, ist wie immer Geschmackssache.

Wertung: 80%

 

Presse:

"Technischer Boah-ey-Stauntitel, spielerische Katastrophe! Interaktion fehlt! Bietet hinter Glitzerfassade durchwachsenes Spielprinzip!" (PC Player)


 

76% (Power Play)

73% (PC Games)

62% (PC Player)

54% (PC Joker)

 

 

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